Stettinum

Der europäische Podcast aus Szczecin

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Szczecin, Polens pulsierende Peripherie

Pierre-Frédéric Weber 

Vor nicht so geraumer Zeit, zu Beginn der 2000er Jahre, gehörte es selbst unter Teilen der Szczeciner gebildeten Mittelschicht noch zum guten Ton, die eigene Stadt als rückständig, provinziell und peripher darzustellen. Dabei spielte die immerhin rund 400.000 Einwohner starke Bevölkerung in dieser pauschalisierenden Einschätzung der Hauptstadt Westpommerns keine Rolle. Es galt und gilt mitunter noch heute vielmehr die – zumeist bloß übernommene und nicht verifizierte – Überzeugung, die Stadt hätte wirtschaftlich und kulturell wenig zu bieten; ein „Dorf mit Trambahnen“ wie es im Lande höchstens noch in Bydgoszcz (ehem. Bromberg) anzutreffen sei, ein Ort ohne größere Ambitionen und Projekte, der vermeintlich an der Oder gemächlich vor sich hin kriselte, während andere polnische Metropolen den Sprung aus dem Staatssozialismus heraus in die moderne Marktwirtschaft schon lange geschafft hätten. 

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Szczecin – die Grenzmetropole an der Ostsee?

Unser Podcast diesmal mit folgenden Themen: Szczecin liegt an der Ostsee? Nein! Aber dafür immer näher am Wasser & Das polnische Gesundheitswesen hat nicht das beste Image – aber ist es wirklich so schlecht wie sein Ruf? Zapraszamy! Wir laden ein!

Bethanien, George & Hessel

Johannes Quistorp war ein Industrieller, der es mit Zement zu Reichtum brachte. Er war aber auch ein großzügiger Stifter, der den Bethanien-Krankenhaus-Komplex errichten ließ. Die Gebäude haben eine wechselvolle und spannende Geschichte, die wir euch vorstellen wollen. Und wir erinnern an ein paar berühmte Stettiner: an den Schauspieler Heinrich George, den Schriftsteller Alfred Döblin und Franz Hessel, ebenfalls Autor und ausgezeichneter Übersetzer. Zapraszamy! Wir laden ein!

Stettins Geschichte, Rehe und Grenzproteste

In unserer sechsten Folge blicken wir auf die wechselhafte Geschichte der Stadt zurück, unterhalten uns über Rehe, die die unsichtbare Grenze scheuen, und berichten über Bürger, die für die Öffnung der Grenzen protestieren. Zapraszamy! Wir laden ein!

Stettin: Vom Zwischenraum zur Grenzmetropole

Pierre-Frédéric Weber

„Kennen Sie jemanden, der in Stettin lebt?“

„Nein“, antwortete Mrs. Wilcox ernst, während ihr Nachbar, ein junger Mann aus den unteren Reihen des Kultusministeriums, sich darüber verbreitete, wie Menschen, die in Stettin leben, auszusehen hätten. Ob es wohl so etwas gebe wie Stettinität? Margaret stürzte sich auf das Thema.

„Die Stettiner lassen aus überhängenden Lagerhäusern Sachen in Kähne fallen. Unsere Vettern zumindest tun das, aber besonders reich sind sie nicht. Die Stadt ist nicht weiter interessant abgesehen von einer Uhr, die mit den Augen rollt, und der Aussicht auf die Oder, die wahrhaftig was Besonderes ist. O Mrs. Wilcox, Sie würden die Oder lieben! Der Fluss, genauer gesagt die Flüsse – es scheint dort Dutzende davon zu geben – sind von einem tiefen Blau, und die Ebene, durch die sie fließen, ist von tiefstem Grün.“ (Zitat aus: Edward Morgan Forster, Wiedersehen in Howards End, aus dem Engl. von E. Pöllinger, Frankfurt am Main 2005, Fischer Verlag, Kap. IX, S. 87.)

Die kurze Erwähnung Stettins in E.M. Forsters 1910 erschienenem Erfolgsroman skizziert geradezu impressionistisch eine größere und dennoch damals außerhalb von Deutschland für viele Europäer kaum näher bekannte Hafenstadt in ihrer unmittelbaren geografischen Lage. Bemerkenswerterweise bot der Autor dadurch beiläufig den Schnappschuss einer Realität, die die – immerhin tiefgreifenden – Umbrüche in der Lokal- und Regionalgeschichte des Stettiner Stadtgebiets weitgehend überdauert hat und deren Hauptzüge zum Teil bis heute prägend geblieben sind.

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stadtjubiläum & Stettiner Kulturangebote online

1243 hat Barnim I. Stettin zur Stadt gemacht. 777 Jahre später erinnert der Bürgermeister von Szczecin, Piotr Krzystek, an dieses bedeutende Datum mit einer Online-Botschaft. Im Internet ist auch die Stettiner Philharmonie aktiv und streamt ausgewählte Konzerte. STETTINUM hat Ravel gehört und blickt auf die kurze, aber extrem erfolgreiche Geschichte dieses preisgekrönten Gebäudes zurück.

STETTINUM PO POLSKU – RAZEM MIMO ZARAZY

Rozmowa w czasach rozłąki

STETTINUM działa dalej, aczkolwiek zdalnie. Tym razem trochę opowiadamy o swoich wrażeniach, obawach, ale również nadziejach jako obcokrajowcy żyjący w Szczecinie w tych trudnych dla wszystkich czasach epidemii.

Grenze dicht – corona-alltag in szczecin

Wer hätte das gedacht – wegen eines Virus macht das Projekt von einem grenzenlosen Europa eine Zwangspause. Wer jetzt nach Polen einreisen will, muss erst einmal 14 Tage in häusliche Quarantäne. Wir diskutieren über unsere Stettiner Corona-Beobachtungen und über unseren mehrsprachigen Alltag, der manchmal auch an seine Grenzen stößt… Zapraszamy! Wir laden ein!

Pendeln & Parks

Wer pendelt wie wohin im deutsch-polnischen und anderen europäischen Grenzgebieten? Wo ist Szczecin (fast) so schön wie der Englischer Garten in München oder der Jardin du Luxembourg in Paris :)? Das sind die Themen der dritten Ausgabe von STETTINUM. Zapraszamy! Wir laden ein!

Fahrt nach Nirgendwo? Ein Selbstversuch im deutsch-polnischen Grenzland

Schengen hat uns ein Europa ohne Grenzen gebracht. Wirklich? Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vom polnischen Szczecin nach Schwedt an der Oder und zurück. Ein Erlebnisbericht von Martin Hanf

Den 21.12.2007 werde ich so schnell nicht vergessen. Verbracht habe ich die Nacht mit hunderten Leuten am Grenzübergang Lubieszyn. Nach dem Zweiten Weltkrieg trennte er die DDR von der Volksrepublik Polen und schließlich das wiedervereinigte Deutschland vom zur Demokratie gewordenen  Polen. Mal war die Grenze durchlässiger, mal ging fast nichts mehr, wie Anfang der 1980er Jahre, als die sozialistische Führung in Ost-Berlin erst die Streiks, dann die Gründung der Gewerkschaftsbewegung Solidarność und schließlich die Ausrufung des Kriegsrechts im Dezember 1981 misstrauisch und mit Argusaugen beobachteten. Und selbst als sich am Ende des gleichen Jahrzehnts der politische Wind drehte, gehörten Warten und Kontrollen zum langweiligen Alltag an der deutsch-polnischen Grenze. Wer das alles miterlebte, kann die Freude, vor allem vieler Polen verstehen, die sich kurz vor Weihnachten 2007 in Lubieszyn trafen, um das Ende der Grenzkontrollen zu feiern.

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